Heute beschäftigen wir uns mit einem wichtigen Thema in der Welt des Texas Hold’em Poker, das natürlich auch für alle anderen Poker Varianten gilt, die in den live und online Casinos dieser Welt gespielt werden können: Die Poker-Etikette.
Damit Sie am Poker Tisch gut aufgenommen werden und sich nicht unbeliebt machen, gilt es, einige Verhaltensregeln einzuhalten. Vor allem, wenn Sie neu in einem Casino sind, sollten Sie es sich nicht gleich mit den Spielern dort verscherzen. In Las Vegas zum Beispiel, wird gutes Benehmen am Poker Tisch groß geschrieben – gute Manieren zeichnen Sie als professionellen Spieler aus!
Aber kommen wir zur Sache – 10 Dinge, die Sie beherzigen sollten.
1. Seien Sie kein Angeber: Selbstverständlich dürfen Sie sich über einen Gewinn freuen, aber bitte in Maßen! Prahlen Sie nicht herum. Luftsprünge am Tisch sieht man im Casino nicht gerne.
2. Lassen Sie’s mit der Kritik: Wenn Sie denken, Ihr Mitspieler kann nichts, dann behalten Sie Ihre Meinung für sich. Und halten Sie sich mit Ratschlägen zurück – in vielen Casinos ist das verboten und Ihr Geplapper könnte Ihre Mitspieler stören.
3. Karten aufdecken: Bitte! Das ist ein absolutes No-Go! Verraten Sie keinem Spieler, welche Karten Sie auf der Hand haben. Damit vermasseln Sie den Mitspielern die Freude am Spiel und verschaffen anderen gegebenenfalls einen Vorteil.
4. Passen Sie auf: Es gibt nichts Schlimmeres als einen Spieler, der nicht weiß, dass er an der Reihe ist! Konzentrieren Sie sich auf das Spielgeschehen und lassen Sie sich nicht von den hübschen Kellnerinnen ablenken.
5. Umgang mit dem Dealer: Wenn Sie mal schlechte Karten haben, meckern Sie den Dealer nicht an. Er kann nichts dafür! Und vergessen Sie nicht, ihm ein Trinkgeld zu geben, wenn Sie etwas gewonnen haben.
6. Seien Sie höflich: Selbst wenn Sie in einem Raucherraum am Poker Tisch sitzen, gebietet es die Höflichkeit, Ihre Mitspieler zu fragen, ob es in Ordnung ist, bevor Sie sich die Zigarette anstecken.
7. Handy aus, Musik leise: Informieren Sie Ihre Lieben zu Hause bitte erst nach dem Spiel über Ihre Fortschritte. Klingelnde Handys am Tisch oder gar ein Telefongespräch sind absolut verpönt. Wenn Sie gerne mit Musik Poker spielen, regeln Sie die Lautstärke Ihrer Kopfhörer so, dass Sie nicht noch den Rest des Tisches mit unterhalten.
8. Keine String Bets: Folgewetten sind nicht erlaubt! Sie dürfen nicht so tun, als ob Sie mit gehen, wenn Sie dann doch erhöhen wollen. Sie können also nicht sagen, „ich gehe mit.. und erhöhe um“. Wenn Sie mit gehen, gehen Sie mit. Wenn Sie erhöhen wollen, erhöhen Sie.
9. Trinken Sie nicht zu viel: Es gibt nichts Schlimmeres als neben einem betrunkenen Spieler zu sitzen. Also, wenn Sie schon zu viel haben, spielen Sie nicht. Und wenn Sie spielen, trinken Sie nicht zu viel.
10. Eindeutige Körpersprache: Übertreiben Sie es nicht mit Ihrer Körpersprache. Lümmeln Sie nicht auf dem Stuhl, ziehen Sie kein langes Gesicht, wenn Sie schlechte Karten haben. Damit verschaffen Sie anderen Spielern einen Vorteil und vermiesen Ihren Mitspielern das Poker Spiel.
Wenn Sie sich intensiv mit Poker beschäftigen wollen, sollten Sie nicht nur jede Menge Bücher zum Thema wälzen. Auch gegen einen gepflegten Abend mit guter Unterhaltung spricht nichts! Wie wäre es mit einem Filmabend mit Popcorn, Bier und Freunden? Wir haben eine kleine Auswahl an Poker Filmen zusammengestellt, die jeder Poker Fan einmal gesehen haben sollte.
Rounders
Ein Film mit Matt Damon und Edward Norton
Mike McDermott ist ein begnadeter Poker Spieler, Omaha, Seven Card Stud und Texas Hold’em spielt er im Schlaf. Als er gegen einen russischen Mafioso einen Großteil seines Vermögens verliert, hört er auf zu pokern. Doch irgendwann gerät Mikes Freund Lester Murphy (Edward Norton) in Schwierigkeiten und braucht eine Menge Geld. Die Idee: Noch einmal Pokern, um so schnell wie möglich das Geld zu beschaffen. Der Plan scheint beinahe aufzugehen…
Lucky Town
Ein Film mit Kirsten Dunst
Die 18-jährige Lidda hat keine Lust mehr auf Zuhause. Ihr Vater, ein leidenschaftlicher Profi Poker Spieler, ist längst über alle Berge, ihre Mutter beschäftigt sich lieber mit anderen Kerlen, als sich um ihre Tochter zu kümmern. Schließlich verschwindet Lidda und macht sich auf nach Las Vegas, um ihren Vater zu suchen. Unterwegs trifft sie den hoch verschuldeten Katzenspieler Colonel, der sie nach Las Vegas begleitet. Dort stehen die beiden schnell vor einem Problem, denn Liddas Dad hat sich mit seinem Poker Erzfeind Tony DeCarlo angelegt…
Cincinnati Kid
Ein Film mit Steve McQueen und Karl Malden
Der Film aus dem Jahre 1965 ist zwar schon ein recht alter Schinken, aber für Poker Fans immer noch ein echtes Juwel. Eric Stoner ist ein junger und erstklassiger Poker Spieler, der es in New Orleans mit dem Altmeister des Five Card Stud, Lancey Howard, aufnehmen will. Stoner wird dabei von seinen Gönnern benutzt, die den Altmeister verlieren sehen wollen. Als Stoner merkt, dass sein Freund, der Dealer die Karten zu seinen Gunsten manipuliert platzt ihm der Kragen. Er meint, ehrlich gegen den Altmeister gewinnen zu können…
Die DSF Poker Schule
Zum Abschluss des Filmabends vielleicht noch ein richtig lehrreicher Film gefällig? Dann ist die DSF Poker Schule das Richtige für Sie. Die DVD erklärt in zehn Folgen die Regeln, Besonderheiten, Tricks und Kniffe der populärsten Poker Variante Texas Hold’em. Poker Experte Michael Körner und der deutsche Poker Profi Eduard „Ed“ Scharf führen durchs Programm. Eine Einführung in Texas Hold’em, die sich nicht nur mit den Grundregeln von Texas Hold’em beschäftigt, sondern auch mit der Spielpsychologie und der Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Texas Hold’em, egal ob live oder online, ist heute oftmals die Pokervariante der Wahl. Es lohnt sich daher, sich näher mit den Grundregeln zu befassen. Während diese recht einfach zu erlernen sind, dauert es Jahre, das Spiel an sich zu meistern – falls das überhaupt möglich ist.
Schritt Eins: Austeilen der Karten
Beim Texas Hold’em wird die Position des Gebers durch eine Spielmarke, den so genannten Button, bezeichnet. Der Spieler zur Linken des Button setzt einen bestimmten, vorher festgelegten Teil des minimalen Einsatzes, den Small Blind. Der Spieler zur Linken des Small Blind setzt den ganzen Einsatz, den Big Blind. (Auch die Spieler, die die jeweilige Position innehaben, werden dementsprechend als Small Blind und Big Blind bezeichnet.) Dann erhält jeder Spieler zwei Karten. Der nächste Spieler – wiederum der zur Linken des Big Blind – entscheidet, ob er weitermachen möchte, indem er entweder mitgeht oder erhöht. Möchte er aussteigen, legt er seine Karten weg, und das Spiel wird im Uhrzeigersinn fortgesetzt. Wenn die Reihe wieder am Small Blind ist, kann er seinen Einsatz vervollständigen, mitgehen, wenn erhöht wurde, seinerseits erhöhen oder aussteigen. Der Big Blind kann an den nächsten Spieler weitergeben, erhöhen, falls noch nicht erhöht wurde, aussteigen, mitgehen oder erneut erhöhen, falls vorher bereits erhöht wurde.
Schritt Zwei: Flop, Turn und River
Nach all diesen “pre-flop” genannten Vorgängen werden drei gemeinsame Karten auf den Tisch gelegt. Diese Flop Cards können von allen Spielern verwendet werden. Es beginnt der erste Spieler zur Linken des Gebers, der noch nicht ausgestiegen ist. Er kann an den nächsten in der Runde weitergeben, setzen oder erhöhen. Die nachfolgenden Spieler können ebenfalls weitergeben, setzen, falls, noch nicht gesetzt wurde oder erhöhen, wenn das geschehen ist. In der nächsten Runde wird eine vierte Gemeinschaftskarte, der Turn, aufgedeckt, danach eine fünfte, der River. Die Runden verlaufen analog zum Flop.
Schritt Drei: Der Showdown
Sobald alle fünf Karten aufgedeckt wurden und alle im Spiel verbliebenen Teilnehmer alle Einsätze gehalten haben, gewinnt der Spieler, der die beste Hand aus seinen zwei Karten und den fünf Karten auf dem Tisch bilden kann. Es ist auch möglich, nur eine oder sogar gar keine der Gemeinschaftskarten, die auch Hole Cards genannt werden, zu verwenden. Sie müssen nicht nachrechnen, ob Sie gewonnen haben, das Programm teilt den Pott automatisch dem Gewinner zu.
Wer sich als Pokerspieler verbessern will, der kommt auf Dauer um etwas Literatur nicht herum. Ein möglicher Kandidat für Ihre Bibliothek ist Professional No Limit Hold’em von Flynn, Mehta und Miller.
Denken wie ein Profi
Das ist der attraktive Aufhänger des Buchs. Die Lektüre soll einem angeblich beibringen, nicht wie ein Amateur an die Sache heranzugehen, sondern wie einer der echten Profis aus Vegas, die wir sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Der Eindruck wird noch dadurch verstärkt, dass dem buch eine Warnung vorangestellt wird, es sein wirklich nicht für Anfänger geeignet, sondern eher für die gedacht, die schon eine Weile spielen und sich verbessern wollen.
Trotzdem gibt’s zunächst mal eine Einführung in grundlegende Strategien, so ähnlich, wie man sie auch von anderen Büchern kennt, aber deutlich kürzer. Deshalb ist dieser Teil auch relativ kurz. Man muss wirklich kein Experte sein, um sie zu verstehen, aber das liegt auch daran, dass die Autoren in der Lage sind, Sachverhalte klar und eindeutig darzustellen. Dann wird’s allerdings komplizierter, denn wir kommen nun zu den „Strategien für Fortgeschrittene“.
Das ist allerdings wirklich nichts mehr für Anfänger. Das REM-Konzept (Range, Equity, Maximize) sollte man sich schon mehrmals zu Gemüte führen, bevor man es wirklich verinnerlichen kann. Dafür bietet es allerdings tatsächlich ein paar interessante Einblicke in das Gehirn zumindest semi-professioneller Kartenakteure. Ich fand das Ganze jedenfalls kompliziert, aber auch ziemlich reizvoll. Wenn man sich die Mühe macht, und ich schätze mal, wenn man ernsthaft Pokern will, muss man so was auch machen, dann ist das ein gutes Buch. Fröhliches Kopfzerbrechen wünsche ich.
Es gibt Leute, die glauben, wer Poker richtig lernen will, muss spielen, spielen, spielen. Und dann gibt es Leute, die sagen, ohne theoretischen Unterbau läuft da nichts. Ich finde, beide haben Recht. Ich finde aber auch, dass Literatur dazugehört, und wer denkt, Bücher lesen ist öde, der hat keine Ahnung, und wer sagt, ich habe keine Zeit, der lügt.
Ich jedenfalls greife zumindest alle paar Monate mal zu etwas Fachliteratur. Zuletzt habe ich Professional No Limit Hold’em von Flynn, Mehta und Miller gelesen. Nicht gerade einfache Kost, muss ich schon sagen.
Zwar steht am Anfang die übliche Einführung in grundlegende Konzepte mit TAG, LAG usw., aber das ist relativ kurz gehalten, und dann geht’s auch schon ans Eingemachte. Übrigens geht’s den drei Autoren nicht um Turnierpoker, sondern ausschließlich um Cash Game. Und man merkt schnell, dass hier Leute zusammengearbeitet haben, die Poker aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, also sowohl aus spielerischer als auch mathematischer.
Wer bisher gedacht hat, REM habe irgendwas mit Schlafforschung zu tun, wird hier eines Besseren belehrt. Da ist nämlich die Abkürzung von Range, Equity, Maximize und bezieht sich darauf, den Gegner auf eine Handrange zu setzen, davon seine Fold Equity abzuleiten und im besten Fall die maximale Chipmenge aus ihm herauszuquetschen. Und das Ganze möglichst unauffällig.
Noch stärker im Zentrum des Buchs steht die SPR (stack pot ratio). Zunächst bedeutet das nur, wie viele Chips man auf dem Flop im Verhältnis zum Pot besitzt, um anhand dessen abzuschätzen, ob es sich lohnt, in der Hand zu blieben oder nicht. Grob gesagt also „Implied Odds“, allerdings gehen die Autoren hier ziemlich ins Detail. Ein gewisses mathematisches Verständnis ist da schon gefragt.
Professional No Limit Hold’em ist also wirklich kein buch für Anfänger, obwohl es sich hier um den ersten Band handelt, also offenbar mindestens eine Fortsetzung geplant ist. Ich würde zwar nicht behaupten, dass ich alles verstanden habe, aber gelohnt hat es sich schon. Vielleicht begreife ich den Rest ja beim zweiten Durchlesen.
Auf dem River entscheidet sich bekanntlich, wer gewinnt und wer verliert. Wenn man nicht weiß, wie man da agieren muss, kann man auch nicht gewinnen. Vielmehr wird man sich bald fragen, was mit der Bankroll passiert ist, die doch gerade noch da war. Ich habe oft das Gefühl, dass viele Spieler große Bets auf dem River automatisch als Bluff interpretieren und bezahlen. (Natürlich täusche ich mich manchmal, und dann wird’s teuer.) Das ist gut, weil man auf dem River auch mit den Nuts all-in gehen kann und eine gute Chance hat, gecallt zu werden. Also schaue ich immer, ob vielleicht jemand am Tisch sitzt, der sich selbst für den oberschlauen Bluffer-Catcher hält.
Andererseits macht es einen schon skeptisch, wenn völlig aus dem Nichts auf dem River eine Riesenbet auftaucht. Wenn mein Gegner bis zum River gar nicht versucht hat, den Pot aufzubauen, und dann auf dem Board so was liegt wie ein geplatzter Flush, also meinetwegen zwei Herz im Flop und dam kommt keins mehr, muss ich mich doch fragen, ob da jemand versucht, mir den Pot zu klauen, oder?
Also schaue ich mir die ganze Hand noch mal an, wenn ich genug Zeit habe. Ich frage mich also schon auf dem Flop, was ich mache, wenn auf Turn oder River das dritte Herz fällt. Und wenn das alles hilft? Das habe ich mal einen Semi-Profi auf einem Turnier gefragt, und er hat mir tief in die Augen gesehen und gesagt: „Hör auf deine Intuition.“ Na super.
Es klingt zwar merkwürdig, aber bis vor einigen Jahren wurde Poker praktisch überhaupt nicht im Turniermodus gespielt. Im 19. Und 20. Jhdt. War Poker im Grunde ein reines Cash Game.
Die ersten Turniere in Texas Hold’em wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. veranstaltet. Dabei handelte es sich jedoch mehr oder weniger um reine Showveranstaltungen mit ein paar Profis wie Johnny Moss oder Jack Binion. In Deutschland gibt es heute noch viele Casinos, die gar keine Turniere anbieten. Das hat aber hauptsächlich mit Geld zu tun. Man darf nämlich keine Startgebühren einziehen. Casinos umgehen dieses rechtliche Problem gerne, indem sie eine Art „Versorgungspauschale“ fürs leibliche Wohl von den Spielern verlangen.
Fürs Fernsehen wurde die Sache erst interessant, als die Hole Card Kameras eingeführt wurden. Heutzutage gibt es ja eine Menge Spieler, die überhaupt nur Turniere spielen und noch nie an einem Cash Game Tisch gesessen haben. Letztlich muss das jeder Spieler aber einmal gemacht haben.
Die wichtigsten Unterschiede zuwischen Cash Game und Turnieren sind:
Das Gewinn-Verlust-Risiko
Das Risiko ist in Turnieren begrenzt. Man kann nicht mehr verlieren als das Startgeld. Im Cash Game ist das anders. Wenn man seine Chips verliert, kann man praktisch unbegrenzt nachlegen, bei man eben kein Geld mehr hat.
Dafür kann man andererseits sehr viel schneller Geld gewinnen, nämlich in jeder einzelnen Hand. Selbst wenn man in einem Turnier stundenlang gut spielt und dann einmal Pech hat, verliert man oft trotzdem alles. In einem Cash Game hat man zu diesem Zeitpunkt schon eine runde Summe gewonnen.
Die wachsenden Blinds
In Pokerturnieren wachsen die Blinds stetig an. In einem Cash Game bleiben sie dagegen immer gleich. Man wird also nicht im Lauf des Abends gezwungen, irgendwann mit schlechten Händen zu spielen, sondern kann sich in Geduld üben. Grundsätzlich ist es auch möglich, nur Asse und Könige zu spielen, aber das zahlt sich natürlich nur selten aus.
Im Gegensatz zum Turnierpoker kann man im Cash Game nicht ausscheiden. Das kann das Bluffen schwieriger machen, denn ein Spieler, dem man das Geld abgenommen hat, kann jederzeit zurückkommen und versuchen, sich schadlos zu halten. Andererseits sollte man in der Lage sein, auch bei einem kleinen Vorteil zu pushen, denn auf lange Sicht bedeutet das Gewinn.
Linit oder No Limit
Turniere werden meistens No Limit gespielt, aber es kommen zunehmend auch andere Turnierformate auf. Das bietet einfach mehr Abwechslung. Im Cash Game muss man sich grundsätzlich zwischen Limit und No Limit entscheiden. Seven Card Stud wird allerdings grundsätzlich nicht als No Limit gespielt.
Bei No Limit ist die Varianz größer, aber dafür kann man seine Hand auch leichter verteidigen und Bad Beats verhindern. Außerdem ist es ziemlich schwierig, in Limit Poker zu bluffen, da die Einsätze im Vergleich zur Potgröße immer relativ niedrig sind.
Auf dem River entscheidet sich bekanntlich, wer gewinnt und wer verliert. Wenn man nicht weiß, wie man da agieren muss, kann man auch nicht gewinnen. Vielmehr wird man sich bald fragen, was mit der Bankroll passiert ist, die doch gerade noch da war. Ich habe oft das Gefühl, dass viele Spieler große Bets auf dem River automatisch als Bluff interpretieren und bezahlen. (Natürlich täusche ich mich manchmal, und dann wird’s teuer.) Das ist gut, weil man auf dem River auch mit den Nuts all-in gehen kann und eine gute Chance hat, gecallt zu werden. Also schaue ich immer, ob vielleicht jemand am Tisch sitzt, der sich selbst für den oberschlauen Bluffer-Catcher hält.
Andererseits macht es einen schon skeptisch, wenn völlig aus dem Nichts auf dem River eine Riesenbet auftaucht. Wenn mein Gegner bis zum River gar nicht versucht hat, den Pot aufzubauen, und dann auf dem Board so was liegt wie ein geplatzter Flush, also meinetwegen zwei Herz im Flop und dam kommt keins mehr, muss ich mich doch fragen, ob da jemand versucht, mir den Pot zu klauen, oder?
Also schaue ich mir die ganze Hand noch mal an, wenn ich genug Zeit habe. Ich frage mich also schon auf dem Flop, was ich mache, wenn auf Turn oder River das dritte Herz fällt. Und wenn das alles hilft? Das habe ich mal einen Semi-Profi auf einem Turnier gefragt, und er hat mir tief in die Augen gesehen und gesagt: „Hör auf deine Intuition.“ Na super.
Ein Ass ist bekanntlich an sich schon eine ziemlich starke Karte, und noch bekanntlicher sind zwei Asse die bestmögliche Starthand. Wie gut ist ein Ass aber wirklich? Es gibt haufenweise Spieler, die bereit sind, sogar mit A-2 alles zu riskieren (in Fachkreisen gilt die 6 allgemein als die schlechteste Beikarte, weil es das niedrigste Ass ist, dessen Kicker keine Straße bilden kann). Meistens ist das ein Fehler, weil andere Spieler ja auch Asse haben können. Fällt dann ein Ass auf dem Flop, wird es schwer, die Hand loslassen zu können. Wie sieht es nun aber mit einer Hand wie A-6 suited aus?
Wann sollte man suited Asse überhaupt spielen?
Hohe suited Asse wie AK, AQ und AJ sind fast immer und aus jeder Position spielbar. Wenn man pre-Flop mit einem All-in konfrontiert wird, kann man sich von AQ oder AJ suited ach schon mal trennen. Es gibt sogar Situationen, in denen man AK folden muss, allerdings nur, wenn man sich sicher ist, dass irgendwo Asse oder Könige sitzen.
Kleine suited Asse wie A-5 oder A-3 sind eigentlich nur dann profitabel, wenn sie eine Straight oder zumindest einen Flush Draw floppen. Mit solchen Händen sollte man versuchen, den Flop billig zu sehen. Natürlich ist man versucht, an einem gefloppten Top Paar festzuhalten, aber meistens hat jemand, der diese Hand mitgeht, ein besseres Ass. Floppt man weder Striaght noch FLush Draw sollte man sich tunlichst von der Hand trennen, wenn jemand ernsthaft Stärke zeigt.
Der Bluff wird als pokertatktisches Mittel oft falsch verstanden. Unerfahrene Spieler denken, dies sei die ultimative Kunst des Pokerns, und weil er so spannend ist, darf er auch in keiner Pokerübertragung im Fernsehen fehlen. Tatsache ist aber, dass Bluffen eigentlich nicht diesen Stellenwert hat.
Wann sollte man bluffen?
Es gibt zwei gute Gründe, um bei Texas Hold’em zu bluffen: Zum einen verschenkt man Geld, wenn man seine Chancen nicht nutzt. Manchmal ist es offensichtlich, dass niemand einen Pot wirklich haben will. Man sollte versuchen, selbst einen solchen Pot zu gewinnen, anstatt ihn einem Gegner zu überlassen. Damit steigen auch die Chancen, am Ende des Abends als Gewinner dazustehen. Außerdem werden Ihre Gegner lernen, Sie und Ihre Bets genau einzuschätzen, und deshalb werden Sie mit Ihren guten Händen nicht mehr ausbezahlt.
Wie oft sollte man bluffen?
Das hängt davon ab, was für ein Spieler Sie sind und wie am Tisch gespielt wird. Wenn es sich um eine tighte Partie handelt, können Sie häufiger bluffen. Wenn aber sehr loose gespielt wird und Bets sowieso keinen beeindrucken, bleiben Sie besser bei Ihren guten Händen und streuen nur ab und zu einen Bluff ein. Wenn Sie ständig bis zum River gecallt werden und dann mittelmäßige Hände zeigen müssen, verlieren Sie Ihr Image.
In welchen Partien lässt sich am besten bluffen?
Bluffs eignen sich am besten für No Limit oder Pot Limit Partien, weil man in diesen am meisten Druck aufbauen kann. Im Limit Partien ist es viel schwieriger zu bluffen, vor allem in der Variante Omaha, denn dort haben oft mehrere Spieler gute Hände. Situationen, in denen Sie bluffen können, entstehen deshalb nur selten.