Cash Game Poker
Es klingt zwar merkwürdig, aber bis vor einigen Jahren wurde Poker praktisch überhaupt nicht im Turniermodus gespielt. Im 19. Und 20. Jhdt. War Poker im Grunde ein reines Cash Game.
Die ersten Turniere in Texas Hold’em wurden in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. veranstaltet. Dabei handelte es sich jedoch mehr oder weniger um reine Showveranstaltungen mit ein paar Profis wie Johnny Moss oder Jack Binion. In Deutschland gibt es heute noch viele Casinos, die gar keine Turniere anbieten. Das hat aber hauptsächlich mit Geld zu tun. Man darf nämlich keine Startgebühren einziehen. Casinos umgehen dieses rechtliche Problem gerne, indem sie eine Art „Versorgungspauschale“ fürs leibliche Wohl von den Spielern verlangen.
Fürs Fernsehen wurde die Sache erst interessant, als die Hole Card Kameras eingeführt wurden. Heutzutage gibt es ja eine Menge Spieler, die überhaupt nur Turniere spielen und noch nie an einem Cash Game Tisch gesessen haben. Letztlich muss das jeder Spieler aber einmal gemacht haben.
Die wichtigsten Unterschiede zuwischen Cash Game und Turnieren sind:
Das Gewinn-Verlust-Risiko
Das Risiko ist in Turnieren begrenzt. Man kann nicht mehr verlieren als das Startgeld. Im Cash Game ist das anders. Wenn man seine Chips verliert, kann man praktisch unbegrenzt nachlegen, bei man eben kein Geld mehr hat.
Dafür kann man andererseits sehr viel schneller Geld gewinnen, nämlich in jeder einzelnen Hand. Selbst wenn man in einem Turnier stundenlang gut spielt und dann einmal Pech hat, verliert man oft trotzdem alles. In einem Cash Game hat man zu diesem Zeitpunkt schon eine runde Summe gewonnen.
Die wachsenden Blinds
In Pokerturnieren wachsen die Blinds stetig an. In einem Cash Game bleiben sie dagegen immer gleich. Man wird also nicht im Lauf des Abends gezwungen, irgendwann mit schlechten Händen zu spielen, sondern kann sich in Geduld üben. Grundsätzlich ist es auch möglich, nur Asse und Könige zu spielen, aber das zahlt sich natürlich nur selten aus.
Im Gegensatz zum Turnierpoker kann man im Cash Game nicht ausscheiden. Das kann das Bluffen schwieriger machen, denn ein Spieler, dem man das Geld abgenommen hat, kann jederzeit zurückkommen und versuchen, sich schadlos zu halten. Andererseits sollte man in der Lage sein, auch bei einem kleinen Vorteil zu pushen, denn auf lange Sicht bedeutet das Gewinn.
Linit oder No Limit
Turniere werden meistens No Limit gespielt, aber es kommen zunehmend auch andere Turnierformate auf. Das bietet einfach mehr Abwechslung. Im Cash Game muss man sich grundsätzlich zwischen Limit und No Limit entscheiden. Seven Card Stud wird allerdings grundsätzlich nicht als No Limit gespielt.
Bei No Limit ist die Varianz größer, aber dafür kann man seine Hand auch leichter verteidigen und Bad Beats verhindern. Außerdem ist es ziemlich schwierig, in Limit Poker zu bluffen, da die Einsätze im Vergleich zur Potgröße immer relativ niedrig sind.









