Cash Game Poker 2
Auf dem River entscheidet sich bekanntlich, wer gewinnt und wer verliert. Wenn man nicht weiß, wie man da agieren muss, kann man auch nicht gewinnen. Vielmehr wird man sich bald fragen, was mit der Bankroll passiert ist, die doch gerade noch da war. Ich habe oft das Gefühl, dass viele Spieler große Bets auf dem River automatisch als Bluff interpretieren und bezahlen. (Natürlich täusche ich mich manchmal, und dann wird’s teuer.) Das ist gut, weil man auf dem River auch mit den Nuts all-in gehen kann und eine gute Chance hat, gecallt zu werden. Also schaue ich immer, ob vielleicht jemand am Tisch sitzt, der sich selbst für den oberschlauen Bluffer-Catcher hält.
Andererseits macht es einen schon skeptisch, wenn völlig aus dem Nichts auf dem River eine Riesenbet auftaucht. Wenn mein Gegner bis zum River gar nicht versucht hat, den Pot aufzubauen, und dann auf dem Board so was liegt wie ein geplatzter Flush, also meinetwegen zwei Herz im Flop und dam kommt keins mehr, muss ich mich doch fragen, ob da jemand versucht, mir den Pot zu klauen, oder?
Also schaue ich mir die ganze Hand noch mal an, wenn ich genug Zeit habe. Ich frage mich also schon auf dem Flop, was ich mache, wenn auf Turn oder River das dritte Herz fällt. Und wenn das alles hilft? Das habe ich mal einen Semi-Profi auf einem Turnier gefragt, und er hat mir tief in die Augen gesehen und gesagt: „Hör auf deine Intuition.“ Na super.









