Neues von der WSOP 2008: Der Chip Reese-Gedenkpokal

Eine der großen Neuigkeiten von der WSOP 2008 ist die Verleihung des Chip Reese-Gedenkpokals an den Gewinner der H.O.R.S.E.-Meisterschaft ab diesem Jahr. Die Veranstalter der WSOP entschlossen sich zur Stiftung der Gedenktrophäe, als im Dezember 2007 der plötzliche und unerwartete Tod von Chip Reese bekannt wurde.

Der Chip Reese-Gedenkpokal

Der Gewinner des mit 50.000 Dollar dotierten H.O.R.S.E.-Turniers erhielt erstmals den Pokal, der von nun an jährlich verliehen werden soll. Die H.O.R.S.E.-Veranstaltung wurde 2006 als „Meisterschaft der Spieler“ eingeführt, nachdem sich Klagen über die Verwässerung der traditionellen No-Limit Hold’em-Meisterschaft durch Online-Mitläufer gehäuft hatten. Man hoffte, dass das hohe Startgeld und die Voraussetzung, mehrere Poker-Varianten auf hohem Niveau zu beherrschen, endlich wieder einen wahren Champion hervorbringen würden. Zur großen Freude von Pokerfans weltweit war der erste Gewinner dieser Meisterschaft Chip Reese, der sich bereits vorher den Ruf eines der größten, wenn nicht des größten Pokerspielers aller Zeiten erworben hatte. Der diesjährige Gewinner und damit auch der erste Spieler, der den Gedenkpokal in Empfang nehmen durfte, ist Scotty Nguyen.

Wer war Chip Reese?

Chip Reese legte auf seinem Weg zum Anwaltsstudium an der Stanford Law School einen Zwischenstopp in Las Vegas ein und kam in Folge dessen nie in Kalifornien an. In kurzer Zeit wurde er ein so erfolgreicher Pokerspieler, dass er damit zweifellos seine wahre Berufung gefunden hatte. Reese zeichnet für das Seven Card Stud-Kapitel in Doyle Brunsons legendärer Poker-Anthologie Super/System verantwortlich. Dreimal gewann er im Verlauf seiner Karriere eines der begehrten goldenen Armbänder der WSOP. Es ist davon auszugehen, dass es nur deshalb bei drei Trophäen blieb, weil er sich nicht kontinuierlich an Turnieren beteiligte, sondern nur sporadisch antrat.